Deutscher Buchhandlungspreis

Grußwort

Heinrich Heine, einer der unbequemsten Dichter seiner Zeit, hat den ebenso schönen wie wahren Satz geprägt: „Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste“. Was Heine damals – vor mehr als 150 Jahren – nicht ahnen konnte: der digitale Wandel durchdringt heute sämtliche Lebensbereiche. Dies lässt auch die klassische Vermarktung von Literatur nicht unberührt. Lokale Buchhandlungen spüren dies seit dem Entstehen des Online-Buchhandels sehr deutlich. Bequem lässt sich die Lektüre im Netz bestellen, meist kostenlos direkt nach Hause liefern – das setzt Vor-Ort-Buchhandlungen unter starken Wettbewerbsdruck! Wie können sie sich in der Konkurrenz mit dem Internet erfolgreich behaupten? Letztlich ist es das Kaufverhalten der Kunden, das darüber entscheidet, wie der klassische Buchhandel künftig fortbesteht. Um hierfür das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu schärfen, vergibt der Bund den Deutschen Buchhandlungspreis.

Kleine, inhabergeführte Buchhandlungen sind unverzichtbar für die Vielfalt unserer Buchkultur. Jenseits von Bestsellerlisten präsentieren sie auch solche Bücher und Autoren, die abseits vom Mainstream Aufmerksamkeit verdienen.

Oft ist ihr Angebot auf ganz spezielle Themen und Fachbereiche ausgerichtet. Und nicht zuletzt finden die Leser hier kompetente Beratung im persönlichen Gespräch. Genauso wichtig sind Buchhandlungen auch für unser umfangreiches Verlagswesen. Und vor allem sind sie ein Ort für kulturelle Begegnung und Beteiligung. Über alle Altersgruppen hinweg regen sie mit Lese- und Kulturveranstaltungen zum Austausch über Literatur an.

Lokale Buchhandlungen sind damit geistige Tankstellen unserer Kulturlandschaft! Sie für den Wettbewerb mit digitalen Angeboten zu stärken, das ist Ziel der Kulturpolitik des Bundes. Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis, der im Jahr 2015 erstmals vergeben wird, setzt die Bundesregierung ein Zeichen für den Erhalt eines flächendeckenden Netzes an Buchhandlungen in Deutschland. Der Preis würdigt besonderes kulturelles Engagement oder innovative Geschäftsmodelle und führt damit den gesellschaftlichen Wert der lokalen, inhabergeführten Buchhandlung vor Augen.

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Monika Grütters

Staatsministerin für Kultur und Medien